Mit Sicherungsarbeiten im Uferbereich der Pfrimm haben die Maßnahmen zum Hochwasserschutz in Monsheim und Kriegsheim begonnen. Fotoquelle: VG Monsheim
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MONSHEIM / KRIEGSHEIM (jk) –  Die langjährigen Bemühungen der Ortsgemeinde Monsheim, den Schutz der bebauten Ortslage vor dem Hochwasser der Pfrimm durch geeignete bauliche Maßnahmen nachhaltig sicherzustellen, stehen kurz vor der Realisierung.

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Seit rund 20 Jahren beschäftigt sich die Ortsgemeinde bereits mit dem Thema Hochwasserschutz. Nachdem im Januar 2021 endlich der Planfeststellungsbescheid ergangen ist und im Mai 2021 die Landesförderung zugesagt wurde, hat der Ortsgemeinderat nun abschließend über die genauen Ausführungsvarianten entschieden, sodass die bauliche Umsetzung jetzt mit rund einjähriger Verzögerung gegenüber dem ursprünglich anvisierten Termin tatsächlich starten kann.

Die Rodungsarbeiten wurden bereits im Frühjahr, außerhalb der Schonfrist, ausgeführt. Einige Wurzelstöcke werden noch ausgefräst. „Im Rahmen der Ausführungsplanung hat die beauftragte Firma zwischenzeitlich einen Sondervorschlag für den Einbau größerer Wandteile sowie den notwendigen Einsatz von Pfahlgründungen aufgrund geänderter statischer Voraussetzungen vorgelegt“, sagte Ortsbürgermeister Kevin Zakostelny.

Bei der ursprünglichen Planung war zuerst vorgesehen, dass ein Meter breite, maßangefertigte L-Steine sowie Ortbetonmauern zum Einsatz kommen. Doch das funktioniert wegen der Statik nicht an allen Stellen. Es muss teilweise tiefer gegraben werden, damit die Stabilität gewährleistet ist. Weil auch das Primmufer sehr steil ist und dort zudem noch Baumwurzeln herausgefräst werden müssen, bliebe stellenweise nicht mehr viel Pfrimmufer übrig, worin eine standsichere Wand gegründet werden könnte. Deshalb verständigte man sich jetzt auf Pfahlgründungen. Das heißt: drei Meter lange Pfähle werden in das Erdreich gebohrt, mit Stahl bewehrt und mit Beton ausgegossen, um die statisch notwendige Standsicherheit zu erreichen. Auf die Pfähle werden dann die vorgefertigten Wandteile gestellt, die anschließend mit den Pfählen verbunden werden, bevor die Stützfüße nachträglich anbetoniert werden. Diese Variante kommt an jenen Stellen zur Ausführung, an denen entweder das Flussufer zu steil ist oder der Arbeitsraum für Bagger zu eng ist.

Als Sondervorschlag wurde daneben anstelle vieler einzelner L-Steine die Verwendung von Fertigwandteilen des Subunternehmers “Glattharr Starwalls” beschlossen. Der Vorteil in den Wandelementen dieses Unternehmens liegt darin, dass die Fertigteile eine Länge von 6 bis 9 Metern aufweisen und dadurch die ansonsten entstehenden zahlreichen Wartungsfugen eingespart werden können. Während dieser Sondervorschlag für die Gemeinde kostenneutral abgebildet werden kann, führen die notwendigen Pfahlgründungen zu Mehrkosten von rund 350.000 Euro. Zusammen mit den weiteren bereits beschlossenen Nachträgen führt dies zu einer Steigerung der Gesamtkosten auf 3,075 Mio. Euro. „Dass kostenintensive Pfahlgründungen notwendig werden würden, war zu Beginn so nicht vorherzusehen”, erklärten die Vertreter des Planungsbüros Ideal Brehm aus Kirchheimbolanden. An den engen Stellen der Primm sei dies aber arbeitstechnisch nicht anders möglich. und sozusagen ein Erbe aus den Bausünden der 1960-er Jahre. Damals nämlich wurde direkt in die Pfrimmauen gebaut, die ansonsten das übertretende Wasser aufnahmen. Das Tückische an der Pfrimm ist, dass sie nur sehr begrenzt Wasser aufnehmen kann und der Pegel bei großen Regenmengen sehr schnell ansteigt. Außerdem kommt es auch auf die Bodenverhältnisse an. Wenn es viel regnet, sind die Böden gesättigt und können kein Wasser aufnehmen. Was die übertretende Pfrimm an Schaden anrichten kann, zeigt eine neuere Berechnung eines fiktiven 100-jährigen Hochwassers. Dann würde sogar die Hauptstraße im Monsheim unter Wasser stehen. Doch so weit wird es nach der Realisierung der Hochwasserschutzmaßnahme nicht kommen. Sobald die geplante Hochwasserschutzanlage fertig ist, wird sie den Bürgern und deren Anwesen den größtmöglichen Schutz bieten. „Der Hochwasserschutz schafft nicht nur Sicherheit bei einem extremen Anstieg des Pfrimmpegels, sondern ermöglicht den betroffenen Bürgern beispielsweise auch wieder den Abschluss einer Elementarschadenversicherung, was Versicherer aufgrund der Lage mitten im Überschwemmungsgebiet bisher ablehnten“, so Kevin Zakostelny.

Quelle: Verbandsgemeinde Monsheim

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