BINGEN (red) – Traditionelle Veranstaltung findet zum 70. Mal statt.

Am Sonntag, 10. Dezember, legt in Bingen am Rhein um 13.30 Uhr von Brücke 4 aus das Fahrgastschiff „Rhenus“ zur traditionellen diesjährigen Nikolauswallfahrt nach Assmannshausen ab. Rückkehr des Schiffes wird gegen 17.00/17.30 Uhr sein.

Das Schiff wird übrigens wie die Jahre zuvor kostenlos von der Bingen-Rüderheimer Fähr-und Schifffahrtsgesellschaft zur Verfügung gestellt. Eingeladen sind alle Bürger aus Bingen und Umgebung, aber besonders auch die Kinder, denen an Bord des Schiffes vom heiligen St. Nikolaus eine Überraschung bereitgehalten wird.

Auch Stadtoberhaupt OB Thomas Feser sowie Bürgermeister Volker Mosler aus Rüdesheim haben ihre Teilnahme bekräftigt. Die Geistlichkeit Weihbischof Otto Georges aus Speyer hat ebenfalls außer weiteren Gestlichen ihre Zusage an der diesjährigen Wallfahrt erteilt.

Höhepunkt der alljährlichen berufständigen St.-Nikolaus-Verehrung am Mittelrhein bildet die Schiffsprozession am 10. Dezember 2017 zur alten Kapelle des heiligen St. Nikolaus oberhalb des ehemaligen Binger Lochs. Nach der Zerstörung der Kapelle, 1947 wieder aufgebaut, sodass seit dieser Zeit die Prozession wieder erneut ins Leben gerufen wurde.

In diesem Jahr findet die traditionelle Nikolauswallfahrt zum 70. Male nach dem Krieg statt. Eingeladen sind alle Freunde des großen Heiligen.

In Assmannshausen treffen sich die teilnehmenden Schiffe, von wo die Fahrt rheinaufwärts zur Nikolauskapelle führt. „Gott mit uns“ grüßten die Schiffer den heiligen Nikolaus hier, bevor sie in das ehemalige Binger Loch einfuhren. Mancher Schiffsführer hat dem Heiligen eine kleinere oder größere Kerze gestiftet, um mit seiner Fürsprache heil die gefährlichen Untiefen und Klippen zu  passieren. Das Kapellchen steht zwischen Assmannshausen und Rüdesheim,  gegenüber dem Mäuseturm unter der Burg“Ehrenfels“ am rechten Rheinufer. Anlegen kann keines der Schiffe an dieser Stelle, jedoch erklingen an dieser Stelle die Schiffsglocken mit dem Wunsche einer gefahrlosen guten Weiterfahrt. In Höhe des malerisch auf einer kleinen Rheininsel gelegenen Mäuseturms wendet die Schiffsprozession und fährt zurück nach Assmannshausen, wo die Landprozession zur neuen Nikolauskapelle im Städtchen führt. Meßdiener gehen mit Fahnen voran, Blaskapelle und Würdenträger folgen, die bestickten Fahnen der Pilger lassen erkennen, zu welchem Schifferverein sie gehören.

Der große, 1979 geweihte hölzerne Nikolaus wird von vier Männern in der Prozession mitgetragen. Natürlich fehlt auch der lebendige Nikolaus nicht. An der Kapelle danken  die Pilger in der gemeinsamen Andacht Gott für überstandene Gefahren der Schiffsleute. Und spätestens hier wird aus der „Landratte“ klar: Schifferfamilien führen auch heute noch ein außergewöhnliches Leben, denn durch den Beruf müssen sie zeitweise getrennt leben. Da ist schon ein besonderer Zusammenhalt gefragt. Auf der Heimfahrt unseres Pilgerschiffes „Rhenus“ treffen die kleinsten den lebendigen Nikolaus. Für die Kinder ist das ein echter Höhepunkt, denn nur wenige erleben den Schutzheiligen der Schiffer und Kinder auf einem schwankenden Schiff.

So bleibt hoffentlich noch ein paar Jahrzehnte lang im alten Brauchtum der Schiffsleute ein gütiger und beschützender Heiliger bei den Menschen am großen Stron lebendig. (Quelle: bingen.de)