Die neuen Zugplakettchen der Mainzer Fastnacht sind dem Jubiläum der "Schwellköpp" gewidmet. (Foto: MCV/Klaus Reiner)

MEENZ (red/mcv/f) – „Bawett“ und „Fleebutz“ heißen die beiden Schwellköpp, die auf dem Zugplakettchen der Kampagne 2027 verewigt sind. Anlass ist gleich ein doppeltes Jubiläum: Seit 100 Jahren gehören die Meenzer Schwellköpp zu den unverwechselbaren Wahrzeichen der Mainzer Fastnacht. Und seit nunmehr 25 Jahren kümmern sich die Mitglieder des Schwell-Kopp-Träscher-Clubs (SKTC) mit viel Herzblut um die übergroßen Köpfe mit ihren markanten Gesichtszügen und typisch meenzerischen Namen.

„Das Zugplakettchen ist nicht nur ein schönes und begehrtes Sammelobjekt“, betont MCV-Präsident Hannsgeorg Schönig. „Vielmehr ist es für jeden Narren, der den Rosenmontagszug miterlebt, sozusagen die Eintrittskarte in die Straßenfastnacht.“

1927 marschierten die Schwellköpp erstmals beim Rosenmontagszug durch die Aurea Moguntia und sind seither aus der Mainzer Fastnacht nicht mehr wegzudenken. Zwei Charakterköpfe aus der einzigartigen Großfamilie stehen nun zum Jubiläum im Mittelpunkt:

Da ist zum einen die Bawett (= Babette) mit ihrer roten Himmelfahrtsnase. Sie arbeitet als Bedienung und hat schon so einiges erlebt. Der Fleebutz (hochdeutsch: zwielichtige Gestalt) wiederum macht viele Sprüch‘, denen man nicht immer trauen sollte. Im Sommer führt er Fremde und Touristen durch die Stadt und erzählt ihnen gerne, die vielen Löcher in den Mainzer Straßen seien Probebohrungen für eine U-Bahn.

Gefertigt wird das Zugplakettchen erneut in der Region, von der Budenheimer Firma BERICAP, die bereits 1950 das allererste Zugplakettchen produzierte. Das Plakettchen in bewährter Form kostet mit vierfarbbunter Kordel zum Umhängen 6 Euro. Offizieller Förderer ist traditionell die Volksbank Darmstadt Mainz, die den Verkauf seit Jahren mit einem Gewinnspiel begleitet. Erhältlich ist das Zugplakettchen bei den Plakettenverkäufern, am Plakettenbus, in der MCV-Geschäftsstelle sowie in ausgewählten Filialen der Volksbank Darmstadt Mainz.

Am 11.11. um 11 Uhr 11 – ein dreifach donnerndes Helau auf dem Schillerplatz

Närrisches Grundgesetz, Schwellköpp und großes Bühnenprogramm

Wenn am 11. November um Punkt 11:11 Uhr der Narrhallamarsch erklingt und tausende Fastnachter auf dem Mainzer Schillerplatz ein dreifach donnerndes Helau anstimmen, ist es wieder so weit: Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) feiert traditionell den Elften Elften – mit allem, was dazugehört: Garden, Trommlercorps, Schwellköpp und einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm bis in die Abendstunden.

Bereits vor dem offiziellen Start bringt MCV-Moderatorin Tina Dockhorn die Narrenschar am Fastnachtsbrunnen in Stimmung. Auch im weiteren Verlauf des Tages führt sie mit närrischem Charme durch das abwechslungsreiche Bühnenprogramm. Pünktlich um 11:11 Uhr beginnt der offizielle Teil: Nach dem Hissen der Fahnen begrüßt MCV-Präsident Hannsgeorg Schönig die Gäste. Das närrische Grundgesetz verlesen in diesem Jahr Wolfgang Knauer, Präsident des KKV Mainz von 1877 e. V., und Marcel Wabra, Präsident des Carnevalvereins Kleppergarde Mainz-Gonsenheim 1877 e. V. Beide Vereine feiern in der Kampagne 2027 ihr 150-jähriges Bestehen. Auch Oberbürgermeister Nino Haase wird die Narrenschar zum Auftakt der fünften Jahreszeit begrüßen.

„Am 11.11. sind alle Narren gleich: Einer steht neben dem anderen, man ist in Einigkeit und Brüderlichkeit füreinander da und feiert gemeinsam unser schönstes Brauchtum – die Mainzer Fastnacht“, erklärt MCV-Präsident Schönig. Ob Gardist, Trommler, Fahnenschwenker oder Generalfeldmarschall – in der Fassenacht könne einer nicht ohne den anderen sein, alle zögen gemeinsam an einem Strang. „Das ist für mich die schönste Deutung dieses besonderen Datums“, so Schönig. „Genau deshalb huldigen wir am 11.11. um 11:11 Uhr diesem 11. Tag im 11. Monat – wir machen an diesem einen Tag für kurze Zeit das närrische Fenster auf.“

Schon am Vormittag ziehen die Garden, Schwellköpp und Trommlercorps auf den Schillerplatz und sorgen für ein farbenfrohes Bild rund um den Fastnachtsbrunnen. Anschließend gehört die Bühne den Künstlerinnen und Künstlern der Mainzer Fastnacht. Unterstützt von RPR.1 präsentiert der MCV ein Programm, bei dem für jeden närrischen Geschmack etwas dabei ist. Mit von der Partie sind unter anderem Thomas Neger & Die Humbas, die Mainzer Hofsänger, Oliver Mager, die RotRockRapper, Pit Rösch und Lea Hieronymus. Um 17 Uhr übernimmt die Coverband Steplight und sorgt bis 20 Uhr für den musikalischen Ausklang.

Eintritt, Sicherheit und Glasverbot

Damit die Feier auf dem Schillerplatz sicher und unbeschwert stattfinden kann, setzt der MCV auch in diesem Jahr auf sein bewährtes Sicherheitskonzept. Wegen der gestiegenen Sicherheitsanforderungen und der damit verbundenen Kosten ist der Zugang weiterhin nur mit Kauftickets zum Preis von 9 Euro möglich. Die Karten wurden im Vorfeld per Losverfahren vergeben. Für die teilnehmenden Garden und Vereine bestehen gesonderte Zugangsmöglichkeiten.

Sollten am 11.11. gegen Mittag noch Plätze verfügbar sein, bietet der MCV ab etwa 13/14 Uhr Restkarten zum Preis von 7 Euro in seiner Geschäftsstelle an. Ob und wie viele Karten erhältlich sind, wird kurzfristig über die MCV-Homepage und die Social-Media-Kanäle bekannt gegeben.

Unverändert gilt auf dem Veranstaltungsgelände ein striktes Glasverbot. Gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdiensten und der Stadt Mainz will der MCV so für einen möglichst sicheren und unbeschwerten Verlauf der Veranstaltung sorgen. Weniger Glasscherben bedeuten zugleich weniger Schnittverletzungen. Oder, wie es der MCV auf den Punkt bringt: „Ein echter Narr feiert auch ohne Glas!“

100 Jahre Schwellköpp prägen die Kampagne 2027

Mit einem Augenzwinkern wagt MCV-Präsident Schönig schon jetzt einen Blick auf den Wetterbericht: „Pünktlich um 11:11 Uhr werden es genau 11 Grad Celsius sein – das passt doch perfekt.“

Im Mittelpunkt der bevorstehenden Kampagne steht ein besonderes Jubiläum: Die Meenzer Schwellköpp feiern ihren 100. Geburtstag. Passend dazu lautet das Fastnachtsmotto 2027: „Die Schwellköpp in de Fassenacht gehör’n zu Meenz wie’s singt und lacht.“ Es stammt aus der Feder von Marlies Fries und Wolfgang Heitz, die unabhängig voneinander denselben Vorschlag eingereicht hatten. Unterstützt von der Volksbank Darmstadt Mainz wird der Motto-Vorschlag mit jeweils zwei Eintrittskarten für die MCV-Sitzung am Fastnachtsonntag einschließlich einer Einladung zum Pausenempfang prämiert. (Quelle: MCV/Bonewitz)