Symbolfoto RHN

MAINZ (jk)- Nachdem der Freitag aus Sicht der Feuerwehr recht ruhig verlief hatte es der Freitagabend dafür in sich.

Um 19:25 Uhr wurde die Feuerwehr zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage in der Saarstraße alarmiert. Bewohner eines Wohnheimes hatten Rauch im Treppenraum entdeckt und den Handfeuermelder betätigt.

Die Ursache für die Verrauchung des Treppenraumes konnte schließlich in einem Ladengeschäft im Erdgeschoss ausgemacht werden. Kleine Ursache, große Wirkung: Ein Stapel schwelenden Papiers führte zu einer massiven Verrauchung des Büroraumes mit Raucheintrag in weitere Gebäudeteile.

Das Feuer konnte mit etwa 2 Litern Wasser aus der Kübelspritze gelöscht werden. Die Einsatzstelle wurde anschließend mit einem Überdrucklüfter vom Brandrauch befreit. Der Mitteiler – Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr in NRW, der zu Besuch in Mainz war – reagierte vorbildlich; er betätigte nicht nur den Handfeuermelder, sondern sorgte auch für die Räumung des Gebäudes bis zum Eintreffen der Feuerwehr.

Fast zeitgleich ging um 19:26 Uhr ein Notruf aus einem Zug in der Feuerwehrleitstelle ein. Eine Frau gab an, dass nun die S-Bahn in der sie sitz seit anderthalb Stunden im Tunnel stünde, es sei stickig und ihr würde übel.

Ein Kontakt zur Notfallleitstelle bestätigte, dass eine S-Bahn aufgrund eines Defektes im Mainzer Tunnel steht. Um die Lage zu erkunden wurden Einsatzkräfte zum Hauptbahnhof entsandt. Zunächst war nicht klar, wo der Zug genau steht, was einige Telefonate zur Klärung bedeutete.

Immer mehr Personen meldeten sich aus dem Zug über den Notruf und baten um Hilfe. Als dann ein Notruf kam, dass eine Person im Zug kollabiert sei, wurde die Gleissperrung aller Gleise in den beiden Tunnels bei der Bahn angefordert und Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes an das Nordportal, den Tunneleinschnitt und das Südportal geschickt.

Um 20:18 lag dann die Gleissperrung vor, so dass die Einsatzkräfte nun auch zum Zug, der sich zu zwei Dritteln im alten Mainzer Tunnel und zu einem Drittel im Tunneleinschnitt befand, vordringen konnten. Am Tunneleinschnitt hatte bereits der Regio-Notdienst der Bahn begonnen den Zug zu evakuieren, wobei die Feuerwehr nun unterstütze.

Die kollabierte Person wurde aus dem Zug gehoben und erholte sich im Freien recht schnell, so dass auch sie unter Begleitung des Rettungsdienstes aus eigener Kraft den Tunnel verlassen konnte.

Durch einen Trupp der Feuerwehr wurde dann noch ein Rollstuhlfahrer aus dem Zug gehoben und durch den Tunnel zum Hauptbahnhof begleitet. Insgesamt wurden 200 Personen aus dem Zug evakuiert, der Einsatz war gegen 21.30 Uhr beendet.

Im Einsatz waren die Feuerwehr Mainz mit 43 Kräften der Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren Bretzenheim, Innenstadt und Weisenau. Die Feuerwehr Wiesbaden mit 8 Kräften. Der Rettungsdienst, die Abschnittsleitung Gesundheit und die SEG-Betreuung mit 26 Kräften.

Die beiden Feuerwachen wurden durch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Mombach, Bretzenheim und Marienborn besetzt. Von der Berufsfeuerwehr wurden ebenfalls dienstfreie Kräfte allarmiert.

Quelle: Feuerwehr Mainz