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MAINZ-BINGEN (jk)- Hilfseinsatz im Ahrtal: Seit knapp zwei Wochen unterstützten im Wechsel rund 110 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Mainz-Bingen im Kreis Ahrweiler, um die verheerende Lage zu bewältigen.

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Dies umfasst die direkte Mitarbeit vor Ort unter anderem in der Technischen Einsatzleitung (TEL) und der Abschnittsleitung Gesundheit. Außerdem unterstützen die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren und schnellen Einsatzgruppen (SEG) bei der Koordination sowie der weiteren Planung zum Kräfteeinsatz. Neben den personellen Ressourcen wurden über 30 Fahrzeuge bereitgestellt.

„Die Situation in den Krisengebieten ist noch immer kritisch und angespannt. Wir sind froh, dass durch die zahlreichen Helferinnen und Helfer ein kleiner Beitrag zur Unterstützung der betroffenen Region und ihrer Bewohner geleistet werden kann. Ein Dank geht auch an die Feuerwehren der Verbandsgemeinden und Städte sowie an die Sanitätsorganisationen, die tatkräftig in der Hochwasserregion mitanpacken“, betonen Landrätin Dorothea Schäfer und der leitende staatliche Beamte Dr. Stefan Cludius das Engagement der Helfenden vor Ort. „Gleichzeitig führen uns die Geschehnisse an der Ahr vor Augen, wie wichtig gute Konzepte im Brand- und Katastrophenschutz sind. Im Landkreis sind und werden Gefährdungsanalysen erstellt sowie entsprechende Planungen entwickelt und umgesetzt. So sind wir für die verschiedensten Krisenformen gut gewappnet. Dennoch nehmen wir dies zum Anlass, sämtliche Abläufe und Warnmechanismen auf den Prüfstand zu stellen, wenn die zuständigen Kolleginnen und Kollegen aus dem Ahrtal wieder zurück sind“, so die Landrätin.

Zur Prävention solcher Naturkatastrophen arbeiten der Landkreis Mainz-Bingen und seine Kommunen eng zusammen. Die Kommunen sind dabei zum Beispiel für die Bauleitplanung mit ihren Starkregen- und Hochwasserschutzelementen zuständig. Für die Gewässer II. Ordnung (Selz und Wiesbach) trägt der Landkreis, für die Gewässer III. Ordnung die kommunale Ebene die Verantwortung. Vor Ort sind in vielen Kommunen noch Sirenen installiert. Lautsprecherwagen von Feuerwehr, Polizei oder etwa auch den Energie- und Wasserversorgern können auf die Gefahr aufmerksam machen. Um die Bürgerinnen und Bürger vor Gefahrensituationen wie Bränden, Hochwasser oder Starkregen zu warnen, nutzt der Landkreis die Smartphone-App „KATWARN“. Daneben hat der Kreis Zugriff auf das modulare Warnsystem „MoWaS“, in das neben KATWARN auch die vom Bund genutzte App „NINA“ integriert ist; auch dieses wird bei Gefahr aktiviert. Der Landkreis und die jeweils betroffenen Kommunen sind darüber hinaus Mitglied in den Hochwasserpartnerschaften Mittelrhein, Untere Nahe, Mainz-Bodenheim, Rhein-Selz und Worms-Oppenheim, die auch das Thema Starkregen adressieren. In vielen kreisangehörigen Kommunen kommt das Starkregenprojekt der TH Bingen zum Tragen, das der Kreis koordinierend begleitet hat. Hier haben sich studentische Teams unter Anleitung ihrer Professoren mit den lokal Verantwortlichen zusammengesetzt und Gefährdungsanalysen erstellt.

Der Landkreis hat die Ereignisse in Ahrweiler zum Anlass genommen, um eine Abfrage in den Kommunen durchzuführen und somit bestehende Systeme und Hochwasserkonzepte zu überprüfen.

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