Das mobile Makerspace der Handwerkskammer Rheinhessen macht Station in der Erich-Kästner-Realschule plus in Wörrstadt. Landrat Heiko Sippel (3.v.l.) und VG-Bürgermeister Markus Conrad (2.v.l.) machen sich vor Ort ein Bild über das praktische Angebot für die Schülerinnen und Schüler. Foto: Simone Stier /Kreisverwaltung Alzey-Worms

Bildungsregion: Erich-Kästner-Realschule plus mit dabei / Kooperationsvereinbarung unterzeichnet

ALZEY-WORMS (bs/az-wo) – Eine wichtige Schnittstelle im Leben junger Menschen ist der Übergang von der Schule in den Beruf. Gewohnte Strukturen wie der Schulalltag mit Lehrern und Klassengemeinschaft, die Sicherheit geben und Rückhalt bieten, enden nach der Abschlussklasse. Die Entscheidung für einen Beruf oder einen weiteren Bildungsabschluss muss getroffen werden. Und auf die Unterstützung der Eltern in diesem Lebensabschnitt kann aus vielerlei Gründen nicht immer gezählt werden. Um optimale Voraussetzungen für erfolgreiche Berufsbiographien zu schaffen, haben sich unterschiedliche Player bereits 2019 im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung zur Bildungsregion Alzey-Worms zusammengeschlossen. Der Landkreis Alzey-Worms, die Verbandsgemeinden und die Stadt Alzey, die Agentur für Arbeit Mainz und das Jobcenter Alzey-Worms sowie die Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen und die Handwerkskammer Rheinhessen sind mit dabei.

Ein wesentlicher Baustein dieser Initiative ist die enge Kooperation mit den Schulen vor Ort, um Schülerinnen und Schüler auf ihrem sozialen und beruflichen Weg optimal zu begleiten. Mit der Unterzeichnung der „Vereinbarung zur Entwicklung der Bildungsregion“, der Einrichtung eines Bildungsbüros und der Gründung der „Jugendberufsagentur Alzey-Worms“ sind hierfür bereits wichtige Grundlagen geschaffen.

Um die Zusammenarbeit praxisnah umzusetzen, konnten bereits mit der Otto-Hahn-Schule in Westhofen, dem Elisabeth-Langgässer-Gymnasium in Alzey und der Realschule plus in Eich Kooperationsvereinbarungen geschlossen werden. Als vierte Schule ist jetzt die Erich-Kästner-Realschule plus in Wörrstadt Partner der Bildungsregion. „Ich freue mich sehr, dass wir mit der Erich-Kästner-Realschule plus in Wörrstadt einen weiteren Partner zur Umsetzung der Bildungsregion Alzey-Worms gewinnen konnten“, betonte Landrat Heiko Sippel bei der Unterzeichnung des Vertrages. Gemeinsames Ziel sei es, zur Bildungsgerechtigkeit beizutragen, dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel konstruktiv zu begegnen und insgesamt die Rahmenbedingungen für gelingende Bildungsbiographien zu schaffen. Der gegenseitige Austausch trage dazu bei, Synergieeffekte zu erzielen und zu nutzen, Vorgänge transparent zu gestalten und Doppelstrukturen abzubauen.  Insbesondere an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf sei die passgenaue Unterstützung durch die Kooperationspartner erforderlich, um den nahtlosen Übergang ins Berufsleben zu fördern. Herzlich dankte der Kreischef auch den Partnern für deren Unterstützung. Insbesondere die Fachkräftesicherung sei in den nächsten Jahren wichtige Aufgabe zur Förderung der Wirtschaftskraft der Region.

„Wir freuen uns, einen Beitrag zur Stärkung der Bildungsregion Alzey-Worms zu leisten und damit ein gemeinsames Zeichen für Verantwortung und Zusammenarbeit im Bildungswesen, im Kinderschutz sowie beim Übergang von Schule zu Beruf zu setzen. In unserer Kooperationsrolle verstehen wir uns als vernetzende Instanz, die eine Brücke zwischen Schulen, dem Landkreis, der Jugendhilfe, Akteuren des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft schlägt. Nur gemeinsam können wir vor Ort zukunftsfähige Bildungsbiografien ermöglichen und sichere Entwicklungschancen für alle Kinder und Jugendlichen schaffen“, sagte Bürgermeister Markus Conrad.

Der Schulleiter der Erich-Kästner-Realschule plus, Martin Uckert, berichtete aus dem Schulalltag. Immer wieder seien die Lehrkräfte in Bezug auf die notwendige Unterstützung von Schülerinnen und Schülern auf den Weg ins Berufsleben aus den unterschiedlichsten Gründen vor Herausforderungen gestellt. Hier sei es wichtig, Ansprechpartner zu kennen und auf deren Unterstützung zählen zu können. Nicht alle Kinder hätten die gleichen Startchancen, eine gezielte Förderung trage dazu bei, dass der Weg ins Berufsleben gelinge.

Marion Hesse (Agentur für Arbeit Mainz), Ilka Huber (Jobcenter Alzey), Dominik Ostendorf (Handwerkskammer Rheinhessen), Dr. Florian Steidl (IHK für Rheinhessen) betonten unisono, dass es wichtig sei, den Jugendlichen beste Startchancen zu ermöglichen und darauf hinzuwirken, dass niemand auf dem Weg ins Berufsleben auf der Strecke bliebe.  Gemeinsam sei diese komplexe Aufgabe besser zu bewerkstelligen. Auch die Jugendberufsagentur (JBA), bei der Mitarbeitende aus der Jugendhilfe der Kreisverwaltung Alzey-Worms, der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Mainz und dem Beratungsteam für junge Menschen des Jobcenters Alzey-Worms zusammenarbeiten, biete hier wichtige Unterstützung. Die JBA ist Anlaufstelle für junge Menschen unter 28 Jahren im Landkreis. Sie berät in der persönlichen, sozialen und beruflichen Entwicklung bis hin zur gesellschaftlichen und beruflichen Integration.

Von ihren positiven Erfahrungen mit den in der Schule vermittelten Hilfeangeboten berichteten zwei Schüler und eine Schülerin der Erich-Kästner-Realschule plus. Sie machten deutlich, dass es ihnen mit der notwendigen Unterstützung gelungen sei, Schwierigkeiten zu überwinden, Mut zu schöpfen und erfolgreich ins Berufsleben zu starten.  

Im Rahmen eines Marktes der Möglichkeiten präsentierten die unterschiedlichen Hilfeeinrichtungen für junge Menschen im Landkreis in der Erich-Kästner Realschule plus ihre Angebote. Im Werkraum der Schule arbeiteten Mitarbeiterinnen des mobilen Maker Space der Handwerkskammer Rheinhessen mit Schülerinnen und Schülern zusammen und boten so vor Ort praktische Berufsorientierung. (Quelle: Kreisverwaltung Alzey-Worms)