Quelle: Pixabay/ RHN
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Mainz (jk) – Das Coronavirus und die nötigen Maßnahmen zur Verlangsamung der Pandemie beeinflussen weiterhin das Leben von vielen Mainzer Seniorinnen und Senioren. Gewohnte Freizeitaktivitäten können nicht stattfinden, Cafés und Restaurants sind geschlossen und Treffen mit der Familie oder Freundinnen und Freunden müssen auf ein Minimum reduziert werden. Die Entbehrungen im Alltag sind groß und machen deutlich, wie wichtig gerade jetzt alternative Ideen sind, um dennoch soziale Kontakte pflegen und den Austausch mit Älteren ermöglichen zu können.

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Wie das trotz aller Einschränkungen gut funktionieren kann, zeigen zwei unterschiedliche Aktionen in den Stadtteilen Hechtsheim und Mombach.

Mit Unterstützung von Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch wandte sich die Hechtsheimer Ortsvorsteherin Tatiana Muñoz in ihrer Rolle als Koordinatorin der Initiative Hechtsheim hilft in der Vorweihnachtszeit an die älteren Menschen in ihrem Stadtteil. In einem handschriftlichen Brief erklärte sie das Vorhaben, ein Netzwerk aus Briefpatenschaften für Hechtsheim ins Leben zu rufen. Viele Ältere kennen noch das Briefeschreiben von früher. Die aktuelle Situation sei deshalb ein Anlass, diese in Vergessenheit geratene Tradition wieder zu beleben. Auf diese Weise könne man sich über die Erlebnisse der vergangenen Monate austauschen oder über persönliche Interessen, erlebte Reisen und Zukunftspläne ins Gespräch kommen.

Die Aktion bietet außerdem die Chance, andere Menschen im eigenen Stadtteil kennenzulernen und vielleicht sogar neue Freundschaften zu knüpfen. Der Start der Briefaktion ist gelungen, die Resonanz ist positiv. Für die ersten Hechtsheimerinnen und Hechtsheimern können nun passende Briefpatenschaften vermittelt werden. Wer Interesse hat und mitmachen möchte, kann sich an Frau Muñoz und die Ortsverwaltung Hechtsheim wenden.

Auch die Verantwortlichen des Mombacher Nachbarschaftscafés Schöne Zeit im Westring halten mit einer kreativen Briefaktion guten Kontakt zu den Seniorinnen und Senioren im Stadtteil. Bereits im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 verschickten Birthe Rollbühler und Yvonne Mensinger in Kooperation mit dem Caritas Haus St. Rochus und dem Zentrum für Familien St. Nikolaus alle zwei Wochen die „Schöne Zeit per Post“ – kleine Aufmerksamkeiten, wie Gedichte oder Kreuzworträtsel. Die Briefe seien oft Anlass für ein Telefonat, in dem auch über Unterstützungsangebote, wie die Nachbarschaftshilfen informiert werden könne.

Als die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie im Winter verstärkt werden mussten, erneuerte auch das Nachbarschaftscafé sein Angebot. Mit einem Informationsschreiben des Sozialdezernenten konnten weitere Mombacher Seniorinnen und Senioren auf die Aktion aufmerksam gemacht werden. Es gibt viele positive Reaktionen, denn mittlerweile freuen sich über 80 Personen über die netten Überraschungen per Post. Einige seien sogar selbst aktiv geworden und helfen bei der Gestaltung der „Schöne Zeit per Post“, berichtet Birthe Rollbühler: „Wir freuen uns, dass wir so ein wenig Abwechslung in den Alltag der Senioren bringen können und signalisieren können, dass wir weiterhin präsent und ansprechbar sind.“

Das nächste Post-Projekt soll mittels einer gemeinschaftlich gestalteten Büttenrede noch interaktiver werden. Das Ergebnis wird in der Fastnachtswoche nicht nur an die Seniorinnen und Senioren verschickt, sondern soll auch auf www.mombach.de veröffentlicht werden. Interessierte aus dem Stadtteil können sich für das Angebot im Nachbarschaftscafé anmelden.

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