Zahlreiche Helferinnen und Helfer engagieren sich beim Mulchen in Klein-Winternheim, um Bäume und Pflanzen gegen die Trockenheit zu schützen. (Foto: KV Mainz-Bingen/Martina Schnitzler)

KLEIN-WINTERNHEIM/MAINZ-BINGEN (red) – Viel Unterstützung gab es auf der Grünfläche zum “Dynamischen Agroforst – Landwirtschaft und Klimaschutz im Landkreis Mainz-Bingen” in Klein-Winternheim: Freiwillige Helferinnen und Helfer waren gekommen, um zu sehen, wie sich die dort gepflanzten Bäume entwickelt haben und um mitzuhelfen, die Bäume, Sträucher und weitere Pflanzen mit Mulch gegen die Trockenheit zu schützen. Als Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz wurde der „Dynamischer Agroforst“ im März als Kooperationsprojekt zwischen dem Landkreis Mainz-Bingen, dem Naturschutzverein Naturefund, dem Biolandwirt Ludger Schreiber und Boehringer Ingelheim gestartet. Dabei wurde auf dem Biolandbetrieb „Biopforte“ von Ludger Schreiber in Klein-Winternheim eine Ackerfläche mit circa 100 gepflanzten Bäumen angelegt (wir berichteten). Die Technische Hochschule Bingen und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz begleiten das Projekt wissenschaftlich.

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Um unsere Ziele im ‘Masterplan Klimaschutz‘ des Landkreises zu verwirklichen, ist dieses Projekt ein erster wichtiger Baustein im Bereich Landwirtschaft, Naturschutz, Ernährung – und auch eine wichtige Anpassungsaktion gegen den Klimawandel“, so der Erste Kreisbeigeordnete Steffen Wolf.

Helfer waren unter anderem Studentinnen und Studenten der Technischen Hochschule Bingen, welche die Fläche in einer Baumvermessung kartieren sowie auch Studierende der Universität Mainz, die sich mitten in einer Bachelorarbeit zum Thema Dynamischer Agroforst befinden. Vor Ort war auch der betreuende Dozent Dr. Florian Menzel sowie ein Vertreter des NABUs. Katja Wiese von Naturefund gab eine anschauliche theoretische Einführung in die innovative Anbaumethode. Sie wurde unterstützt von Noemi Stadtler-Kaulich, welche seit 20 Jahren in Bolivien lebt und dort den Dynamischen Agroforst umsetzt.

Aber was ist eigentlich Dynamischer Agroforst? Es handelt sich dabei um eine nachhaltige Anbaumethode, bei der Nutz- und Beipflanzen auf derselben Fläche angebaut werden.Es wird dabei ein Pflanzensystem mit hoher Artenvielfalt und -dichte geschaffen, welches durch den Schnitt im Wachstum und Ertrag gefördert wird.So wurden in Klein-Winternheim etwa Walnussbäume, Apfelbäume, Quittenbäume, Hainbuchen, Weiden, Tafeltrauben und Berberitzen gepflanzt.Das dabei entstehende Pflanzensystem bietet verschiedene Vorteile: Wasser im Boden wird besser gespeichert, Erosion hat weniger Angriffsfläche, der Boden wird humusreicher und die Pflanzen widerstandsfähiger. Der landwirtschaftliche Anbau wird somit gefördert. Die Methode basiert auf dem Wissen der indigenen Völkern Lateinamerikas und wurde in den letzten 20 Jahren an die Bedürfnisse der heutigen Landwirtschaft angepasst.

Bei Fragen rund um das Thema Dynamischer Agroforst hilft Martina Schnitzler vom Umwelt-und Energieberatungszentrum (UEBZ) Mainz-Bingen gerne weiter. Sie ist erreichbar unter der Rufnummer 06132-787-2170 oder per E-Mail an schnitzler.martina@mainz-bingen.de. (Quelle/Foto: Kreisverwaltung Mainz-Bingen)